Herausfordernde Wetterbedingungen verhindern WM-Wertung in St. Johann
Die Parachute-Ski-Weltmeisterschaft in St. Johann sollte das große Finale der Saison werden, doch das Wetter machte einen Strich durch die Rechnung: Eine offizielle WM-Wertung war nicht möglich. Dennoch gab es Grund zum Jubeln – nach zwei erfolgreichen Weltcup-Stopps standen die Weltcup-Gesamtsieger fest. Besonders der HSV Red Bull Salzburg durfte sich über große Erfolge und Weltcup-Gesamtsiege freuen. |
St. Johann in Salzburg hätte der große Schauplatz der Parachute-Ski-Weltmeisterschaft 2025 sein sollen. Doch aufgrund widriger Wetterbedingungen konnte keine offizielle WM-Wertung vorgenommen werden. Die Veranstalter setzten alles daran, nach den beiden planmäßig abgehaltenen Durchgänge im Riesentorlauf, auch die Fallschirmsprünge durchführen zu können. Sowohl Samstag als auch Sonntag verharrten Organisation als auch Athleten und Betreuer im Standby-Modus, um beim kleinsten Wetterfenster in die Luft gehen zu können. Doch leider war es aufgrund tiefliegender Bewölkung nicht möglich, zumindest die beiden, für die Wertung notwendigen Runden im Fallschirm-Zielspringen durchzuführen. „Wir haben alles versucht, um faire Wettkämpfe zu ermöglichen, doch die Wetterbedingungen ließen eine reguläre WM-Wertung leider nicht zu. Sicherheit und Chancengleichheit für die Athleten stehen für uns an erster Stelle, daher mussten wir diese schwierige Entscheidung treffen. Trotz der schlussendlichen Absage der WM dürfen wir auf zwei spannende Weltcup-Stopps zurückblicken und gratulieren den Weltcup-Gesamtsiegern zu ihren herausragenden Leistungen“, resümiert Hans Huemer vom HSV Red Bull Salzburg die Bemühungen, die WM durchzuführen. |
Salzburger Athleten räumen in der Weltcup-Gesamtwertung ab Trotz der wetterbedingten Absage der WM-Wertung blieb die Weltcup-Gesamtwertung bestehen, nach den ersten beiden Stopps in Frankreich und Italien wäre das Finale im Zuge der WM in Österreich ausgetragen worden. Bei der Weltcup-Gesamtwertung konnten die Athleten des HSV Red Bull Salzburg dennoch glänzen. Nach zwei erfolgreichen Stopps stand bei den Damen Sophie Grill als Weltcup-Gesamtsiegerin fest. „Es ist so schade, dass die Heim WM-WM nicht stattfinden konnte, weil wir uns alle sehr gut darauf vorbereitet haben. Aber wenn das Wetter nicht mitspielt, hat man einfach keine Chance. Ich freue mich aber extrem, dass wir den Weltcup abschließen konnten und ich den Gesamtweltcup-Sieg mit nach Hause nehmen darf“, freut sich die 25-Jährige über ihren Saison-Titel. In der Herrenwertung durfte sich Michael Urban dank herausragender Leistungen über den Gesamtsieg freuen. „Dass ich das erste Mal einen Gesamtweltcup-Sieg mitnehmen kann, das ist richtig cool. Und dass ich mir noch den Juniorentitel mit Joachim Knauss teilen darf, freut mich auch sehr“, zeigt sich der für den HSV Red Bull Salzburg startende Tiroler überaus glücklich. Auf Rang drei landete sein Kollege Joachim Knauss vor den Teamkameraden Sebastian Graser und Anton Gruber. In der Juniorenwertung holte Joachim Knauss den Titel ex aequo mit seinem Teamkollegen Michael Urban. Anton Gruber sicherte sich Silber in der Masterswertung. In der Teamwertung durfte der HSV Red Bull Salzburg ebenfalls jubeln, auch hier holten die Salzburger den Gesamtsieg. |
Auch wenn die Weltmeistertitel dieses Jahr nicht vergeben werden konnten, war das Event ein starkes Zeichen für den Parachute-Ski-Sport. Verantwortlich für die professionelle Organisation zeichneten sich der HSV Red Bull Salzburg, das Skigebiet Snow Space Salzburg, der Tourismusverband St. Johann in Salzburg, der WSV St. Johann sowie die Stadtgemeinde St. Johann im Pongau. Ihr gemeinsames Ziel ist es, diesen außergewöhnlichen Sport einer breiteren Öffentlichkeit näherzubringen und die herausragenden Leistungen der Athleten zu würdigen. Weiterführende Infos unter www.hsv-redbull.at und www.parachute-ski.com. |
Die Disziplin PARACHUTE-SKI Die Wettkampfdisziplin PARACHUTE-SKI setzt sich aus Fallschirmspringen und alpinem Riesentorlauf zusammen. Es gilt dabei in einem FIS reglementierten Ski Rennlauf, ausgetragen in zwei Durchgängen, so schnell als möglich, und in sechs Sprungdurchgängen so genau wie möglich zu sein. Gewertet wird beim Zielsprung in Strafpunkten, die je nach Entfernung zum 2cm großen Zielpunkt vergeben werden, dabei wird jeder Zentimeter Abweichung als Strafpunkt gewertet. Die Zeit im Riesentorlauf wird auch in Punkte umgerechnet, ausgehend von der Siegerzeit: Der Sieger aus dem Riesentorlauf hat null Strafpunkte und die Zeit der dahinter liegenden wird so in Punkten umgewandelt, ca. 0,5 Sek einen Punkt. Somit 1 Sekunde 2 Punkte. Diese Punkte entsprechen im Zielspringen genau der Entfernung in Cm. (1cm = ein Punkt). Zusammen mit der Zeit im Rennlauf sind diese Punkte das Endergebnis. Die Wertung ist vergleichbar mit der „nordischen Kombination“ Schispringen und Langlauf. Ihren Ursprung hat die Wettkampfsportart Para-Ski in der österreichischen Rettungsflugwacht. Dort wurden Piloten und Fallschirmspringer für Rettungseinsätze bei Bergunfällen, Lawinen und Hochwasserkatastrophen geschult. Bei winterlichen Such- und Bergeaktionen im alpinen Gelände wurde Material aus Flächenflugzeugen abgeworfen und anschließend Rettungsmannschaften abgesetzt. Zielgenauigkeit mit dem Fallschirm und schifahrerisches Können waren Grundvoraussetzung für die Retter. Da die Rettungseinsätze jedoch relativ selten waren, entstanden neben den regelmäßigen Trainings bald auch länderübergreifende Freundschaftswettkämpfe, und somit eine Weltcupserie und ab 1987 auch eine offizielle Weltmeisterschaft der FAI (Welt Luftsportverband). |