Gmunden feierte auch heuer wieder am vierten Fastensonntag (30. März 2025) den traditionellen Liebstattsonntag – einen der beliebtesten und herzerwärmendsten Bräuche im Salzkammergut. Der Liebstattsonntag in Gmunden lockte auch heuer wieder zahlreiche Gäste aus nah und fern an den Traunsee, unter ihnen auch LH-Stv.in Mag.a Christine Haberlander und LH-Stv. Dr. Manfred Haimbuchner in Vertretung von Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer.
„Es ist sehr schön, dass in Oberösterreich als Land der Moderne auch Traditionen hochgehalten werden und dieser wunderbare Brauch, der die Gemeinschaft stärkt, alljährlich gefeiert wird. Es ist gerade in Zeiten wie diesen besonders wertvoll, wenn so viele Menschen in dieser Form zusammenkommen, gemeinsam feiern und sich mit Lebkuchenherzen gegenseitig beschenken”, erklärte LH-Stv.in Mag.a Christine Haberlander.
„Der Liebstattsonntag ist eine wunderbare Tradition des Salzkammerguts, die seit Generationen weitergegeben wird und bis heute nichts von ihrer Bedeutung verloren hat. In unserer oft hektischen Zeit sind es gerade diese Bräuche, die uns verbinden und uns daran erinnern, was wirklich zählt: die Liebe zur Heimat, der Zusammenhalt in der Familie und das Bewahren unserer Traditionen. Das Salzkammergut ist reich an gelebtem Brauchtum, das nicht nur unsere Kultur prägt, sondern auch Identität schafft. Gerade der Liebstattsonntag ist ein Zeichen dieser tiefen Verbundenheit – mit unseren Wurzeln, unseren Liebsten und unserer Heimat. Ein großes Dankeschön an alle, die diesen schönen Brauch mit viel Engagement und Liebe bewahren und weitertragen”, so Landeshauptmann-Stv. Dr. Manfred Haimbuchner.
„Der Liebstattsonntag zählt zu den beliebtesten Fest- und Feiertagen in Gmunden. Es ist ein Tag der Tradition, der Tracht und des gelebten Brauchtums, aber vor allem auch der Liebe und Herzenswärme. Geliebte Menschen werden mit einem Lebkuchenherz beschenkt, die Zuneigung dadurch auf sehr emotionale Art und Weise ausgedrückt. Der Besuch von LH-Stv.in Christine Haberlander und LH-Stv. Manfred Haimbuchner ist für uns eine große Ehre, ein Zeichen der Wertschätzung und trägt zu einer erheblichen Aufwertung unseres Liebstattsonntages bei”, betonte Bürgermeister Mag. Stefan Krapf.
Bereits seit 1641 ist der Liebstattsonntag ein fixer Bestandteil im Jahresrhythmus der Traunseestadt. Ursprünglich wurden die Armen und Notleidenden der Stadt zu einem Festmahl in den Pfarrhof eingeladen, um ihnen auf diese Art und Weise die „Liebe zu bestatten” (= bestätigen).
Im Lauf der Jahre hat sich der Liebstattsonntag zu einem echten Volksbrauch, zu einem farbenfrohen Fest der Herzlichkeit und Gemeinschaft entwickelt, der anno 2014 sogar von der UNESCO in das Österreichische Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde. Anstelle eines gemeinsamen Mahls schenken die Gmundnerinnen und Gmundner und auch die vielen Besucherinnen und Besucher ihren Liebsten Lebkuchenherzen mit einem passenden Spruch darauf.
Längst wird der Liebstattsonntag in vielen Orten Österreichs gefeiert, seinen Ursprung hat er aber in Gmunden. Zentrum der Feierlichkeiten ist der malerische Rathausplatz, wo die berühmten, liebevoll verzierten Lebkuchenherzen überreicht werden. Ob als Zeichen der Zuneigung, Freundschaft oder Wertschätzung – ein „Herzerl” zu schenken oder zu bekommen, gehört am Liebstattsonntag einfach dazu.
Der Tag begann traditionell mit einer festlichen Messe in der Stadtpfarrkirche um 9:30 Uhr. Danach zog ein feierlicher Festzug mit Trachtengruppen, Musikkapellen und Prunkwagen durch die Altstadt bis zum Rathausplatz.
Die Besucherinnen und Besucher bekamen ein abwechslungsreiches Programm mit Musik, kulinarischen Spezialitäten und gelebtem Brauchtum geboten. Der Duft von frisch gebackenem Lebkuchen lag in der Luft, während regionale Handwerkskunst und Gastfreundschaft erlebbar wurden.
