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Nach 125 Jahren folgt „AUS“ für den Männergesangsverein Hallstatt 

Der Männergesangsverein „Arbeiter-Sängerbund Hallstatt (in der Folge kurz MGV-ASB genannt) wurde 125 Jahre alt. In einer Chronik wurde das Vereinsgeschehen ausführlich dokumentiert: Am 11.März 1900 kam es im Gasthaus des ,,Arbeiter-Consumvereins zur provisorischen Gründung eines Vereines. 20 Männer verpflichteten sich, unter dem Chormeister Johann Pilz, jeden Samstag fleißig zu proben, um später auch in der Öffentlichkeit auftreten zu können. Der Wiener Jurist und Wahl-Hallstätter Dr. Alfred Brants, Eigentümer der im Jahre 1894 erbauten Villa Hirschbrunn (,Brants Villa), verfasste Vereinsstatuten und schrieb den Wahlspruch „Auf Bergeshöhn auf unserem See, in Freud und Leid und alle Zeit, tön unser Sang hinaus ins Land, für Gott, Kaiser und Vaterland und dieser Wahlspruch wurde von Johann Pilz vertont. Neben der wöchentlichen Probe im Vereinsgasthaus wurden befreundete Sänger empfangen, Gartenfeste, Konzerte, Cäcilien- und Silvesterfeiern veranstaltet und Vereinsausflüge durchgeführt. Auch die Mitwirkung bei der jährlichen Maiveranstaltung zum „Tag der Arbeit, bei Hochzeiten, Ehrungen, Begräbnissen, zu Allerheiligen am Friedhof sowie Ständchen bei Freunden und Gönnern gehörten ab nun zum fixen Bestandteil des Vereinslebens. Im Jahr 1905 fand der erste Sängerball im Hotel Kainz statt und im gleichen Jahr spendete der befreundete MGV „Flora aus Wien ein herrliches Banner. Bei der würdevollen Einweihung nahmen viele befreundete Vereine aus Wien, St. Wolfgang, Bad Ischl, Bad Goisern, Gosau und Bad Aussee teil. Dieses Festkonzert leitete der Wahl-Hallstätter und Ehrenchormeister Heinrich Gottinger, Professor am Wiener Konservatorium. Der MGV-ASB nahm eine führende Rolle im Kulturleben des Ortes ein, bis der erste Weltkrieg die Vereinstätigkeit fast zum Erliegen brachte, aber trotz der schlechten Wirtschaftslage nach dem Krieg ging es wieder bergauf.

In den kommenden Jahren gab es viele Höhen und Tiefen im Verein zu überstehen, wobei es vorübergehend sogar zur Teilung in einen Arbeiter- und bürgerlichen Verein kam. Sowohl der MGV-ABS als auch die Liedertafel feierten große Erfolge. Beim MGV-ABS löste der junge Tenor „Ferdl Scheutz mit seiner herrlichen Naturstimme in einem Konzert in den Sophiensälen in Wien große Begeisterung aus und beide Vereine beflügelten sich gegenseitig. Wegen der großen politischen Probleme kam das Vereinsleben beider Chöre fast zum Stillstand, nur durch die Vernunft beider Chorgemeinschaften fand 1936 eine Wiedervereinigung statt und so entstand der „Männergesangsverein Hallstatt der die sangesfreudigen Hallstätter wieder zusammenführte. Kaum waren diese Hürden gemeistert, kündigte sich neues Unheil an und so war das Vereinsleben bis nach dem zweiten Weltkrieg stark eingeschränkt. Der große Ehrenchormeister Johann Pilz, der fast ein halbes Jahrhundert die herausragende Persönlichkeit im gesamten Musikleben von Hallstatt war, starb 1946 und im Jahre 1947 wurde wieder der alte Name „Männer-Gesangs-Verein Arbeiter-Sängerbund im Vereinsregister verankert und gilt bis zum heutigen Tage.

Die folgenden Fünfziger Jahre brachten ein reges Vereinsleben mit traditionellen Sängerbällen am Fasching-Samstag, einer Serie von Sternsingen in der Adventzeit und eine Vielzahl von öffentlichen Auftritten zu diversen Anlässen. Nach einer längeren Durststrecke kam Ende der Sechziger Jahre wieder ein überraschender Aufschwung, da unerwartet viele junge Sänger zur Sangesrunde stießen und vor allem Bergmannslieder, Volkslieder und viele lustige Anekdoten der Altsänger sowie die traditionellen Sängerbälle für große Belustigung sorgten. Durch das Lied verbunden, führte diese Symbiose zu einem harmonischen Vereinsleben zwischen Jung und Alt und zu echten Freundschaften. Unvergessen werden die vielen Erlebnisse bei den Sängerreisen bleiben, die schönen Stunden mit anderen Sangesbrüdern, wie den Rheinbacher Sängern, die gemeinsam in Hallstatt das 75-jährige Bestehen des MGV-ABS feierten. Eine neue Vereinsriege entstand mit Obmann Walter Aschauer – der Hubert Unterberger ablöste, mit Chormeister Rudolf Gamsjäger – der Walter Unterberger beerbte, sowie mit Chronist Karl Wirobal – der Karl Schlömmer ablöste und mit Peter Scheutz (als Hans Dampf in allen Gassen). Viele inoffizielle Aktivitäten trugen sehr zum Zusammenhalt der Sängerrunde bei und bewirkten eine Hochstimmung bis zur Hundertjahrfeier. Groß gefeiert wurde im Jubiläumsjahr 2000 mit Herausgabe einer Festschrift, einem schönen, beeindruckenden Festabend im Kultur- und Kongresshaus mit ORF-Beteiligung und dem „Ensembles Rubato. Mit klassischem MGV-Liedgut, Spirituals, Beatles-Songs, Verleihung von Ehrenmedaillen gelang ein Höhepunkt und würdiger Anschluss an vergangene Zeiten des MGV-ASB Hallstatt.

Es folgten einige Auftritte bei Bergfesten der Saline, Mitgestaltung bei Barbarafeiern in der katholischen Kirche, Aufführung der Kärntner Mundartmesse in der evangelischen Christuskirche Hallstatt und in Gosau, Vortrag von Liedern am Tag der Arbeit und unzählige Probenbeginne beim Lackner Wirt. Ständchen bei Hochzeiten, Geburtstagen und andere Jubiläen durften nicht fehlen. Leider hat sich das Vereinsleben in den vergangenen Jahren stark verändert. Bei der Jahreshauptversammlung im November 2024 wurde nach längerer, teils hitziger Debatte von den Mitgliedern (7 von 10) die Auflösung des Vereins per 11.03.2025 beschlossen. Obmann Eder Dieter: „Unser letzter öffentlicher Auftritt war am 1.Dezember 2024 in der katholischen Kirche. Wir sangen die „Knappen Messe“ für die Hallstätter Bergknappen“. Anschließend gab es einen geselligen Ausklang

mit Freunden und der Hallstätter Musikgruppe „Die GiZi-KoGla“i im Heritage – Hotel. In der Hoffnung, dass junge sangesbegeisterte Hallstätter, die Tradition und das Brauchtum wieder aufleben lassen und eine neue Chorgemeinschaft entsteht, würden wir gerne unser Notenmaterial zur Verfügung stellen. Unter dem Motto des MGV-ASB „Sind wir von Arbeit müde, bleibt noch Kraft zu einem Liede, beenden wir mit einem herzlichen „Glück Auf!“ nach 125 Jahren die Vereinstätigkeit. 

Franz Frühauf

Der MGV-ASB in den Anfangsjahren 1900+

1. R. v. l. Bartholomäus Eder, Johann Weißenbichler, Hans Zierler; 2. R. v. l. Josef Schmaranzer, Johann Pilz, Josef Wesenauer, Anton Unterberger; 3. R. … Kößler jun., Franz Kößler, .?, Alois Pfandl, Felix Heuschober,.?. Sepp Reitter;

4. R. Leopold Eder, ….?, Hans Schreier, … Eder, Anton Höplinger

Gesangsverein 1930
Sitzend v.l.: Josef Wallner, Karl Pilz, Adolf Schreier, Franz Schlömmer, Johann Madlberger, Johann Pilz, Johann Wei0enbichler, Ferdinand Scheutz, Roman Pilz, Karl Vockenhuber.
2. R. v.l.: Ferdinand Egger (Fähnrich), Friedrich Schmaranzer, Josef Polreich, Hans Schmaranzer, Leopold Höll, Franz Pomberger, Johann Enter, Ernst Lackner, Heinrich Kirchschlager, Gottlieb Wallner, Johann Mayer. 
Barbaramesse in der katholischen Kirche 2024
vorne: Obmann Dieter Eder, 1. R. v.l.: Karl Seethaler, Rudolf Scheutz, Karl Wirobal, Jörg Zimmermann, Reinhard Pilz, Günther Pilz, Martin Schlager, Gerold Lenz, 2. R. v.l.: Manfred Aschauer, Reinhard Kerschbaumer, Peter Scheutz, Helmut Pammer, Johann Grill, Peter Aschauer.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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